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Hi, na ihr seit also hier gelandet..mhm...hier ist meine lieblingsgeschichte...is aber net von mir...

Autumm Journey

Ich kann mich noch genau an alles erinnern. Es geschah letzten Herbst, als die Blätter sich langsam den Weg auf die feuchte, noch von der Nacht gefrorene Erde suchten. An jenem Tag ging ich durch den großen Park am Ende der Stadt, welcher erst vorigen Sommer eröffnet worden war. Gemütlich schlenderte ich die Allee entlang und lies den rauen Wind mit meinen Haaren spielen. Die Luft, die ich einatmete, fühlte sich an wie ein Messer, das in meiner Kehle schnitt, so kalt war es bereits. Fröstelnd zog ich meinen Schal enger um meinen Hals. Ich ließ meinen Blick über die hohen Weiden und Birken schweifen, wo hier und dort noch ein kleiner Vogel seine Lieder trillerte, welche aber auch bald verschallen würden.
Während ich vorüberging, fühlte ich, wie die Blätter und der Kiesel unter meinen Schuhen knirschte. An einer kleinen Holzbank machte ich halt und setzte mich kurz nieder, um etwas die umliegende Natur zu genießen. Ein paar Tauben gesellten sich zu mir und gurrten mich leise an, als würden sie erwarten, etwas Essbares von mir zu bekommen. Ich hatte jedoch nichts dabei, außer einem steinalten Kaugummi in meiner Jackentasche, welchen ich beschloss, sofort, wenn ich nach Hause käme, wegzuwerfen, da dieser wahrscheinlich nicht mehr genießbar war. Als ich mich etwas umsah, entdeckte ich Sachen, die ich normalerweise niemals entdeckt hätte:
Ein Eichhörnchen wühlte im Laub, auf der Suche nach Futter; ein Igel stöberte aufgeregt nach einem Winterversteck; etliche Vögel lugten aus ihren Quartieren heraus, als ein Rabe sich lauthals über einen Spatz beschwerte, der ihm den Sonnenblumenkern weggeschnappt hatte, und natürlich die Tauben, die sich zu Hauff auf dem breiten Weg der Allee, unmittelbar bei der Bank, auf der ich saß, tummelten. Es musste etwa Nachmittag gewesen sein, als ich mich auf den Rückweg begab. Nun herrschte klirrende Kälte in der Stadt und kaum noch Menschen waren auf den Straßen. Nur noch ein paar hetzten über den Gehweg, um noch rechtzeitig ihre Einkäufe zu tätigen. Die meisten Läden hatten schon geschlossen. Vor dem Antik-Laden blieb ich stehen, weil ich im Schaufenster einen Engel entdeckt hatte, welcher aus Porzellan war und bläulich schimmerte. Als ich ihn mir genauer anschaute, bemerkte ich, dass dieser braune, lange Haare hatte genau wie ich. Er lächelte mich freundlich an und auf seiner linken Hand saß ein kleiner, wunderschöner Vogel, der in den Farben Rot, Orange, Gold schillerte. Der Engel kniete auf einer weichen, grünen Wiese, die leicht in Wind zu schwanken schien. Wie schön es doch der Engel haben musste, in einer Welt des ewigen Frühlings, ohne die Kälte, die einen von innen heraus zerfraß und die Glieder steif werden ließ.
Betrübt wandte ich mich von der fröhlichen Skulptur ab und trödelte weiter die Straße hinauf. Ich wollte nur noch nach Hause und einen warmen Tee trinken, der mich sicherlich wieder aufwärmen würde. Je weiter ich mich von dem Schaufenster entfernte, desto deutlicher wurde das Bild des Engels vor meinen Augen. Er brannte sich in mein inneres Auge und verschwand nicht mehr von dort.
Irritiert versuchte ich mich abzulenken und starrte auf meine Schuhe, wie regelmäßig nach vorne schwenkten. Rechts, links, rechts, links, rechts, links. Doch es half nichts, meine Gedanken schweiften immer wieder zu dem Engel und seinem Vogel. Was war bloß los mit mir? So etwas geschah doch sonst auch nicht.
Egal, was ich auf meinen Weg heimwärts versuchte, alles schlug fehl. Zu Hause ließ ich mich müde auf mein Bett fallen, nachdem ich erst mit meiner Familie zu Abend gegessen hatte. Die Kälte hatte mir jegliche Energie geraubt. Als ich wieder an den Engel denken musste, fielen mir die Augen zu und ich wanderte über in einen traumlosen Schlaf. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, bemerkte ich, dass ich noch die Kleidung vom vorigen Tag an hatte. Meine Mutter musste heute wieder arbeiten und mein Bruder in den Kindergarten. Zum Glück hatte ich noch keine Schule, diese würde erst nächste Woche wieder anfangen. Aus einem unerklärlichen Grund war ich wahnsinnig aufgeregt, zog mich an und rannte aus dem Haus. Ich wusste wo ich hinlief. Ich wusste, dass ich ihn wieder sehen wollte. Nur eine, eines wusste ich nicht…
Außer Atem ereichte ich das Antik-Geschäft und wäre beinahe mit einer älteren Frau zusammengestoßen, die es gerade verließ. Augenblicklich wanderte mein Blick über das Schaufensterbrett, und dem der Engel gestanden hatte, doch dort war kein Engel mehr. Erschrocken sah ich ein zweites Mal an die Stelle, doch wieder war er nicht dort. Ich würde einfach nachfragen, dann würde ich es wissen, wo er hingekommen ist. Doch als ich den Besitzer fragte, meinte dieser, es habe nie einen solchen Engel in seinem Geschäft gegeben, und er meinte, dass ich mich vielleicht im Geschäft geirrt hätte.
Diese Vermutung war jedoch sehr vage, da es in der ganzen Stadt nur diesen einen Antik-Laden gab. War dieser Engel etwa nur Einbildung gewesen, oder hatte der Ladenbesitzer gelogen, weil er den Engel nicht verkaufen wollte? Ich wusste, dass ich ihn niemals hätte kaufen können, weil ich nicht das Geld hatte. Wir drei hatten kaum Geld für Essen und Miete, seitdem mein Vater vor vier Jahren gestorben war. Er hatte uns leider nur eine kleine Summe überlassen können, da er sehr schlecht verdient hatte, doch mit Mutters Geld noch dazu hatte es gereicht, um uns alle ein angenehmeres Leben zu machen. Als ich gerade die Straßen überqueren wollte, passierte es. Ein Auto kam direkt auf mich zu gerast. Ich sah es zu spät und konnte nicht mehr ausweichen, auch der Fahrer reagierte zu spät, dass ich auf der Straße stand. Der Aufprall jagte einen unberechenbaren Schmerz durch meinen Körper. Ich spürte wie mir die Stirn aufplatzte und Blut über meine Jacke strömte. Meine Rippen drückten auf meiner Lunge, sodass ich kaum noch Luft bekam. Mein Arm knackste laut, als ich auf dem Teer aufkam. Als ich auf dem Boden lag, drehte sich alles um mich.
Die Stimmen der Menschen klangen so fern, als wäre ich in einem anderen Raum als sie. Der Schmerz verschwamm mit den Stimmen und wurde immer unerträglicher. Ich sah irgendwann nur noch Schwarz und Rot und leise hörte ich die Sirenen eines Krankenwagens heulen, der sich den Weg zu mir durch bahnte.
Plötzlich schreckte ich auf, als mich jemand an der Hand berührte. Eine weiß gekleidete Frau kniete vor mir und lächelte mich an. Ihr fast weißlich blondes Haar war mit einem Band zusammengebunden und ein paar Strähnen vielen ihr über die Schulter, als sie mir ihre zarte Hand entgegenstreckte. “Komm”, sagte sie zu mir, doch ich war durch den Schmerz wie gelähmt. “Ich kann nicht!”, hatte ich erwidert, doch sie wiederholte sich nur noch mal und fügte hinzu: “Komm mein kleiner Engel, dein Freund wartet schon auf dich…”
Ich musste mich einfach nur aufsetzten und ihr meine Hand geben. Es hörte sich leicht an, aber die Schmerzen zwangen mich immer wieder aufzugeben. Plötzlich fiel mir der bläuliche Engel im Schaufenster ein, und während ich mich nochmals versuchte aufzurichten, gab mir das Bild vor meinen Augen die Kraft und augenblicklich verschwanden sowohl die Stimmen als auch der Schmerz, der meinen Körper fast zerfressen hätte. Als ich mich umsah, lag meine tote Hülle auf dem Boden und um sie herum das Blut, aus der Kopfwunde. Die Notärzte wollten mich aufheben und auf eine Trage legen. Mein toter Körper bewegte sich nicht mehr, auch als sie mich wiederbeleben wollten. Kurz lächelte ich den traurigen Männern zu und folgte der Frau, dorthin, wo ich jetzt bin.
Der Engel, den ich damals im Schaufenster gesehen hatte, war ich selbst, und der Vogel ist Beon, mein treuer Freund. Nun bin ich der blaue Engel mit dem goldenen Vogel auf der grünen Wiese im Land des ewigen Frühlings.

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